Das CMU 800 R Compu Sync von Roland DG

Bericht von Richard Aicher, September 1985

Für alle, denen die eben besprochenen Systeme für den Apple zu teuer sind, die aber dennoch guten Sound benötigen, vertreibt die Firma Roland DG ein weiteres interessantes Musiksystem. Das CMU 800 R.

In einem kleinen weißen Gehäuse vereint es einen 6-stimmigen Synthesizer und ein Rhythmusgerät mit 7 verschiedenen Sounds. Letzteres entspricht dem altbekannten TR-606. Außerdem stehen 8 Control-Voltage-Ausgänge und 8 Gate-Ausgänge zur Verfügung. Falls die eingebauten Sounds nicht genügen, kann man hiermit externe, CMU-steuerbare Synthies kontrollieren. Das Gerat besitzt kein Keyboard. Die zugehörige Software ist ein reines Composersystem. Kompositionen tippt man, wie schon gehabt, Step für Step, Ton für Ton, ein. Wieder etwas für Unermüdliche. Die Töne definiert man durch drei Werte. Jeweils einen für Tonhöhe, Ton länge (StepTime) und Gate-Time. Die Tonhöheneingabe erfolgt leider nicht wie bei unseren bisher besprochenen Systemen durch Eingabe der den Tönen entsprechenden Buchstaben wie C, D usw. . sondern mittels eines weniger praktischen Zahlen-codes. Jedem der 72 spielbaren Töne hat man hierzu, in aufsteigender Folge, eine Zahl zugeordnet. Diese muss man eintippen, soll der zugehörige Ton klingen. Das gleiche System benutzte man früher auch beim MC-8 Microcomposer. Nun ja, man hätte sich was besseres einfallen lassen können. Ebenfalls mit ein wenig Rechnerei verbunden: die Eingabe der Step-Time. Man muss hierzu eine Note als Grundbeat festlegen, zum Beispiel 1/8 Note. Dieser ordnet man einen bestimmten Zahlenwert zu, am einfachsten entweder 24, 32 oder 60. Nun leitet man die anderen Notenwerte hiervon ab. Ordnen wir zum Beispiel unserem 1/8 Grundbeat den Wert 32 zu, müsste man, um eine ganze Note zu programmieren, 8 x 32, also den Wert 128 als StepTime eintippen. Entsprechend müsste man 1/~6 mit dem Wert 8 (32/2) versehen.

Dank übersichtlicher Gestaltung des Bildschirmaufbaus geht die Eingabeprozedur relativ schnell vonstatten. Genau wie auch beim Extended Synthesizer System empfiehlt sich jedoch auch hier, das Stück vor der Eingabe möglichst genau zu notieren. Das erspart manche lrrwege. Viel Tipperei erspart auch die Möglichkeit, Step- und Gate-Time Werte, die sich nicht ändern, ohne Neueingabe zu übernehmen. In diesem Fall muss man nur die Tonhöhe eintippen, Gate- und Step-Time werden automatisch übernommen. Insgesamt sind 8 Stimmen programmierbar. Das CMU selbst besitzt jedoch nur 6 Tongeneratoren. Die restlichen 2 Stimmen lassen sich nur über extern mittels CV angeschlossene Oszillatoren ausgeben. Zur Programmierung der Rhythmik erscheint jeweils ein Pattern mit 16 Steps am Bildschirm. Und zwar gibt es 7 Spalten und 16 Zeilen. Die Spalten repräsentieren die 7 Instrumente: Bass-Drum, Snare, Low Tom, High Tom, Cymbale, Open- und Closed-HiHat. Die Zeilen stehen für die 16 Steps. Für jeden Step kann man nun jeden Punkt der Matrix setzen oder nicht. Die Methode ist sehr unübersichtlich.

Zum Schluss können wir die ganze Komposition auf Diskette speichern. Auf der Frontplatte des CMU 800 befinden sich einige Regler, mit denen wir die Ausgabe des Stückes kontrollieren können. 5 Schiebepotis, jeweils eines für die Lautstärke des Melodiekanals (Oszillator 1), des Basskanals (Oszi 2), des Akkordkanals (Oszis 3 - 6) und des Gesamtvolumens. Für die Kanäle 1, 2 und 3 - 6 ist die Decay-Timc getrennt regelbar. Beim Melodiekanal lässt sich noch das Sustain einstellen. Auch für die Geschwindigkeit des Playbacks gibt es noch einen Regler.

Die Sounds sind leider fest. Sie klingen nicht gerade überwältigend, sehr stark nach Rechteck. Doch entsprechen diese Sounds nicht den Anforderungen, es lässt sich ja ein Synthie extern anschließen. Auch kann man andere Roland-Geräte problemlos mittels der 5-Pol Din-Syncbuchse des CMU 800 synchronisieren. Zum Beispiel den neuen Masterclock Oszillator CMU 802, mit dessen TapeSync Funktion dann wiederum eine Bandmaschine oder ein intelligentes MIDI-Interface mit Tape Sync-Möglichkeit steuerbar ist.
Die Software und das Interface zum Anschluss an den Apple II kosten zusammen zirka 270,- DM. Neben der Version für den Apple II existiert seit kurzem auch eine für den Commodore 64. Software und Interface kosten in diesem Fall ebenfalls zirka 270, DM.

Der Preis des CMU 800 selbst ist für das Gebotene überraschend niedrig. Es kostet 1.100,— DM (ohne Rechner).